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Die Kinder von Karnap haben ein Buch geschrieben

Nicht viele Menschen können sagen: „Ich habe ein Buch geschrieben.“ Karnaper Kinder können das demnächst. Alle 360 Kinder der Maria-Kunigunda-Schule haben gemeinsam daran gearbeitet. Drei Tage lang hat das gedauert.

Am 12. März wurden an 25 verschiedenen Schreibstationen Texte verfasst, erzählt Udo Moter. Er leitet die Grundschule in Essens nördlichstem Stadtteil. Und er ist sehr stolz auf die Kinder und ihre  Ideen.

Schreibstationen wurden die Treffpunkte in den verschiedenen Räumen genannt. Die Schüler konnten sich in dem Gebäude zwischen Karnaper- und Timpestraße frei bewegen. Sie entschieden selber, wo sie Halt machen und Texte schreiben wollten.

Die Stationen gaben mit ihren Namen die Themen vor. Sie hießen zum Beispiel "Kinderbürgermeister von Karnap", „Karnap aus dem Weltraum“ oder ganz einfach „Glück“.

Natürlich hat niemand über alle 25 Themen etwas geschrieben, das wäre zu viel geworden. „Aber manche Kinder haben bis zu zehn Stationen absolviert“, berichtet Udo Moter.

Alle kleinen Schriftsteller erhielten einen Schreibblock und konnten kreativ werden. Wer wollte, bekam ein wenig Hilfe. Eltern, Studenten, eine ganze Klasse des Gymnasiums Essen Nord-Ost und Lernförderer des Zukunft Bildungswerk machten mit beim Projekt.

Der Schulleiter ist ihnen allen dankbar, denn ohne sie wäre es kaum zu schaffen gewesen.

In ihren Texten sagen die Kinder viel über ihre Gefühle, aber auch über das, was sie in ihrem Stadtteil und seiner Umgebung schön finden. Außerdem erklären sie, was sie gerne verbessern würden. „Die Vorstellungen sind ganz unterschiedlich“, weiß Schulleiter Moter.

Manche wünschen sich mehr Spielplätze, andere ein Schwimmbad. Sie beschreiben, was sie später im Leben einmal werden wollen oder welche glücklichen Momente sie erlebt haben. Alles war komplett der Fantasie überlassen, nichts wurde vorgeschrieben.

Deshalb wird auch kein Text von Erwachsenen bearbeitet, bevor er ins Buch kommt. Allenfalls übersetzt, denn zur Maria-Kunigunda-Schule gehen auch Kinder, deren Muttersprache Türkisch oder Arabisch ist. Diese Texte erscheinen dann zweimal: im Original und in deutscher Übersetzung.

„Wichtig war uns von Anfang an, dass jedes Kind einen Text abgab“, betont Udo Moter. Zusammen füllten die 360 Schreibblöcke einen großen Karton, den Alfred Büngen vom Geest-Verlag jetzt in Karnap abholte.

In seinem Unternehmen in Vechta wird alles, was die Schüler geschrieben haben, zu einem Buch zusammengefasst. Er wird den Titel tragen: "Wir Kinder aus Karnap". Alle 360 jungen Autorinnen und Autoren werden genannt. Jeder von ihnen erhält ein kostenloses Exemplar.

Schirmherr des Buchprojektes ist Oliver Kern. Der Förderverein der Schule und andere finanzielle Unterstützer haben das Projekt möglich gemacht. Wenn das Buch fertig ist, kann man es zum Preis von ungefähr 12 Euro im Buchhandel kaufen.

Gerne hätte die Maria-Kunigunda-Schule das Erscheinen von „Wir Kinder aus Karnap“ mit einem großen Fest noch vor den Sommerferien gefeiert.

Aber niemand weiß, wann Schulen wieder öffnen und noch dazu viele Besucher einladen dürfen. Deshalb plant Udo Moter lieber nicht zu genau.

Er und alle Beteiligten sind froh, dass das Projekt gerade noch rechtzeitig durchgeführt werden konnte, bevor die Schule wegen des Corona-Virus‘ geschlossen werden musste. Und die Feier kann man ja nachholen.

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